Projekt: "Stadt, Land, Fluss"

Kultur- und Kunstlandschaft Ottersberg – ein künstlerisches Forschungsprojekt
Beginn: offen

Die FH Ottersberg hat gemeinsam mit dem Institut für Kunsttherapie und Forschung und in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung von Kunst, Therapie und Beratung im Flecken Ottersberg e. V. ein Projekt "Stadt - Land - Fluss" konzipiert und es in den ILEK-Prozess (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept Wümme-Wieste) eingereicht.

Leitung: Prof. Peter Sinapius

In die wissenschaftliche und künstlerische Realisierung des Projektes sollen sowohl Lehrende und Studierende der Fachhochschule Ottersberg als auch  vor Ort wohnende Künstlerinnen und Künstler eingebunden werden.

Das Projekt ist in Vorbereitung


Stadt, Land, Fluss:
Diese Begriffe bestimmen das Spannungsfeld, in deren Rahmen ein „Flecken“ wie Ottersberg seine Identität findet.  

Das hier vorgestellte Forschungsprojekt steht in einem Zusammenhang mit den Vorhaben zu einer integrierten ländlichen Entwicklung in der Wümme-Wieste-Niederung. Es versteht sich als innovatives Projekt mit dem Ziel, Kunst und Kultur, die die Region prägen, sichtbar zu machen und Brücken zu schlagen zu den kulturellen und historischen Ursprüngen, die einen Hintergrund für innovative Entwicklungsprojekte bilden. Die verschiedenen Kulturen, die hier in Erscheinung treten, sollen in einen Dialog geführt werden um vorhandene Ressourcen für die Entwicklung der Region zu erschließen.


Der Hintergrund

Wer nach Ottersberg kommt, nimmt sowohl die bäuerliche Umgebung wahr, die Niederungen der Wümme als Naturlandschaft als auch Wohnviertel als moderne, städtisch anmutende Ansiedlungen. Dazwischen taucht unvermittelt eine Fachhochschule für Kunst auf: Die Fachhochschule Ottersberg. Ein Bild ergibt das noch nicht.

Die Fachhochschule Ottersberg wurde 1967 als "Freie Kunst-Studienstätte" gegründet, 1984 staatlich anerkannt und ist mit rund 500 Studierenden inzwischen die weltweit größte Ausbildungsstätte für Kunst im Sozialen und Kunsttherapie. Im Umkreis von 100 km ist sie - von Bremen abgesehen – die einzige akademische Ausbildungsstätte im Landkreis Verden. Bundesweit verbindet sich mit dem Namen „Ottersberg“, zumindest für die, die mit Kunst, Kunsttherapie oder Kunstpädagogik zu tun haben, vor allem die Fachhochschule und das, was hier gelehrt wird.  Was damit aber als Markenzeichen „Ottersberg“ erscheint, verbindet sich lediglich mit rund 40 Jahren jüngerer Geschichte.

Die Ortschaft Ottersberg selbst blickt auf eine wechselvolle, fast tausendjährige Geschichte zurück. Sie ist mit über 12 000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 9903 ha flächenmäßig eine der größten Gemeinden im Landkreis Verden. Das Gemeindegebiet umfasst neben weiten Geestrücken das von zahlreichen Wasserarmen durchzogene Niederungsgebiet der Wümme und das südlich gelegene, zum größten Teil abgetorfte Moorgebiet der jetzigen Ortschaft Posthausen. Sie sind Zeugen einer Kultur, die mit dem Ende des Torfabbaus im 19./20. Jahrhunderts zu Ende gegangen ist. Heute bestimmt Viehhaltung die Landwirtschaft.

Die Geschichte hat in der Landschaft und in den umliegenden Dörfern ihre Spuren hinterlassen. Daneben aber hat eine neue Geschichte begonnen, die sich darin nicht vermittelt. Für viele, die hier studieren oder wohnen, ist der „Flecken“ Ottersberg schlicht zu einem  Rückzugsort in die Natur geworden, die sich auszeichnet durch eine ökologische Vielfalt und über ein vielerorts unberührtes Landschaftsbild.

Im Gegensatz zu den umliegenden Orten wie Fischerhude oder Worpswede hat Ottersberg ein zunächst sehr heterogenes Erscheinungsbild. Sowohl eher traditionell bäuerliche Anwesen finden sich hier als auch jüngere Siedlungen, als attraktive Wohnorte an der Randlage Bremens.  Diejenigen, die hier wohnen oder auch studieren tun das in Hinblick auf einen Ort, an dem sie Ruhe oder Muße („Studieren im Grünen“) finden oder Erholung in einer unberührt anmutenden Natur abseits der Großstadt suchen. Ein Gesicht als Kultur- oder Kunstlandschaft gewinnt der Flecken Ottersberg damit allerdings nicht.


Das Projekt: Kulturlandschaft und Landschaftskunst

Das in Aussicht genommene Forschungsprojekt soll ein historisches Bild von der Kulturlandschaft Ottersberg entwerfen und zur jüngeren Geschichte mit künstlerischen Mitteln einen Bogen schlagen. Ziel ist es, einen Zusammenhang zu finden zwischen einer Kulturlandschaft und ihrer Geschichte und einer Kunst, die in dieser Umgebung eine Heimat sucht.  Es geht also sowohl um das Erforschen einer Geschichte, für die die Landschaft und ihre Bewohner Zeugen sind, als auch um eine Sichtbarmachung dieser Geschichte mit künstlerischen Mitteln. Dabei greift es zurück auf künstlerische Projekte wie die „Landarttage 2004“ (siehe Anhang),  bei denen es darum ging, die Natur mit künstlerischen Mitteln thematisch neu für den Menschen zu erschließen.

Das Projekt soll die bäuerliche Bevölkerung, Künstlerinnen und Künstler vor Ort und Studierende / Lehrende der Fachhochschule Ottersberg zusammenführen und durch künstlerische Mittel einen Ausdruck finden. 
 
In Zusammenarbeit mit der

Logo der HKS Ottersberg