Projekt: Wirkung von Kunsttherapie auf Menschen mit Demenz

Eine Pilotstudie zur systematischen Erfassung der Wirkungen von Kunsttherapie auf Menschen im mittleren und fortgeschrittenen demenziellen Prozess, in der stationären Altenhilfe.
Zeitraum: 2007 – 2009

Leitung: Michael Ganß

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Anne Bahlke (Dipl. Kunsttherapeutin), Nicole Jürgens (Kunsttherapeutin), Volker Burfeind (Dipl. Kunsttherapeut)

Gefördert von der Paul-Kuth-Stiftung

Ein Forschungsprojekt des Instituts für Soziale Gerontologie und Altersmedizin e.V. (ISOGAM) an der Bergischen Universität Wuppertal

Hintergrund

Das Forschungsvorhaben „Wirkung von Kunsttherapie auf Menschen mit Demenz“ steht in einem Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung, in deren Folge die Zahl der Menschen die eine Demenz erleben in den nächsten Jahren stark anwachsen wird. Der steigende Anteil von Menschen mit Demenz in der Gesellschaft bringt unter anderem eine massive ökonomische Belastung mit sich. Diese ist, neben dem individuellen Leiden des einzelnen Betroffenen, Triebfeder für umfangreiche Forschungen in der Therapie der Demenz. Inwieweit hier auch nichtmedikamentöse Therapien einen Beitrag leisten können, wird in der aktuellen Diskussion immer noch stark vernachlässigt, obgleich den nichtmedikamentösen Therapien in den letzten Jahren vermehrt Beachtung geschenkt wird. So konnte sich die Kunsttherapie in der Behandlung der Demenz in den letzten Jahren neben den pharmakologischen Therapieansätzen etabliert. Kunsttherapie kann zum Verständnis der Erkrankung beitragen, hat sich in der Praxis als nonverbale Zugangswege zu den Betroffen bewährt und hinsichtlich der therapeutischen Wirkungen der Kunsttherapie gibt es zahlreiche plausible Einzelverlaufsdarstellungen. Andererseits ist das Wissen um die Wirkung der Kunsttherapie bei Demenz noch sehr lückenhaft, womit eine systematische Eruierung geboten scheint.

Die Studie ist als Vergleichsstudie ausgelegt, in der qualitative und quantitative Forschungsmethoden kombiniert sind. Der Vergleich der Kunsttherapie mit einer herkömmlichen Alltagsaktivierung ermöglicht es, die spezifischen Wirkungen der Kunsttherapie zu ermitteln und der Frage nachzugehen, wie sich diese von denen einer guten Alltagsaktivierung unterscheiden. Dabei geht es nicht um ein konkurrierendes Betrachten zwischen verschieden Zugangsmöglichkeiten, sondern um das Wissen, für welche Zielsetzungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz die Kunsttherapie über die aktivierende Alltagsbegleitung hinaus sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Erkenntnisse unserer Studie könnten somit einen direkten Einfluss auf die therapeutische Begleitung von Menschen mit Demenz haben.

Die Umsetzung der Interventionsphase (Kunsttherapie und Aktivierung) erfolgt praxisnah in Form eines Projektes in 2 Altenhilfeeinrichtungen in Wuppertal von jeweils 3 Wochen Dauer mit täglicher Kunsttherapie. Die Studie umfasst eine Probandenanzahl von n=48.
 
In Zusammenarbeit mit der

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