Vortrag: Lily Martin

Overcoming Disembodiment: Tanz- und Bewegungstherapie bei Schizophrenie

04.04.2017, 18:05 – 19:35 Uhr
Vorlesungsraum, HKS Campus Große Straße (Große Str. 107, Ottersberg)

Die Schizophrenie zählt laut ICD-10 und DSM V zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Während Positivsymptome, wie z.B. Halluzinationen, gut behandelt werden können, gilt die Negativsymptomatik schizophrener Patienten als weitestgehend resistent gegenüber herkömmlichen Behandlungsversuchen. Unter Berücksichtigung theoretischer Annahmen und aktueller Befunde der Phänomenologie und der Neurowissenschaften, verstehen Embodiment-Ansätze Schizophrenie als eine fundamentale Störung der Verkörperung des eigenen Selbst (Disembodiment). Embodiment-Ansätze und darauf aufbauende körperorientierte Therapien wie Tanz- und Bewegungstherapie oder Körperpsychotherapie liefern innovative Ansätze zur Erklärung der zugrundeliegenden Psychopathologie der schizophrenen Erkrankung sowie zur Behandlung ihrer komplexen Symptome.

Ein Ziel des EU-geförderten Forschungsprojektes TESIS war es deshalb, Effekte von manualisierter Bewegungstherapie auf die Negativsymptomatik schizophrener Patienten zu untersuchen. Im Vortrag sollen Intervention und Ergebnisse der Studie sowie deren Implikationen auf die Therapie schizophrener Patienten vorgestellt werden.

Lily Martin | Psychologin, Studium der Klinischen und Gesundheitspsychologie an der Freien Universität (FU) Berlin, Anwendung von künstlerischen Therapien (Theater- und Tanztherapie: Jugendliche mit schweren Depressionen, Erwachsenen mit Schizophrenie), Fokus auf physischem Theater, spielt und tanzt in freien Theaterproduktionen in Berlin


Zur Übersicht

 
In Zusammenarbeit mit der

Logo der HKS Ottersberg